GESCHICHTE

DIE WELTGESCHICHTE DES HANF

Die Menschheit lebt nicht in einem Vakuum. Unsere Geschichte ist mit den Geschichten unzähliger anderer Arten verflochten, und wenn wir diese Pflanzen und Tiere zu einem Teil unseres Lebens machen, ändern wir unseren und ihren Lebensweg für immer. Das Verstehen ihrer Geschichten wird es einfacher machen, unsere Eigene zu erklären.

Es gibt keine Pflanze, die eine so komplizierte Beziehung zur Menschheit hat wie Cannabis. Die ungewöhnliche Geschichte von Cannabis beinhaltet eine Enträtselung ähnlich und parallel zur menschlichen Geschichte; sie windet sich im Zickzack über unseren Weg, verschwand manchmal vollständig und tauchte wieder auf, wenn wir es am wenigsten erwarteten, und oft aus einer ganz neuen Richtung. Wie es sich gehört, beginnen wir mit der Geschichte des Hanf natürlich ganz am Anfang.

CHINA

Die Cannabis-Pflanze wurde wahrscheinlich in Zentralasien entwickelt, wo sie wegen ihrer Fasern kultiviert wurde. Die Baumwolle aus Indien und das Leinen aus dem Mittelmeerraum wurden erst 1000 Jahre später zum ersten Mal bekannt. Cannabis war einer der Fäden, welche in dieser Phase der Zivilisation Gemeinschaften zusammenbrachten. Die Menschen waren bereits mit Kulturen (und auch Cannabis) domestiziert, die ihnen Nahrung gaben, aber Hanf bot ihnen das Material, das perfekt für die Fähigkeiten war, die sie angefangen hatten zu erlernen. Massen suchten nach Substanzen für all ihre Kleidung aus Cannabis; nur die Reichen konnten sich den Luxus der Seide leisten. Cannabis und Maulbeeren (Seidenraupennahrung) waren als Kultur so wichtig und weit verbreitet, dass das  >> Land der Maulbeere und des Cannabis << zu einem Synonym für China wurde.

Die Fülle an Beweisen aus Gräbern und anderen Stätten in ganz China sprechen vom anhaltenden Anbau von asiatischem Cannabis seit prähistorischen Zeiten. In der 12.000 Jahre alten neolithischen Stätte, die in Yuan-Shan (im heutigen Taiwan) entdeckt wurde, wurden Überreste von einfachen Sandtöpfen gefunden, deren Muster mit Mustern aus Hanfstreifen verziert waren und fanden außerdem gravierte Steinstempeln, mit den Sie das Hanf bearbeitet haben. In der spätsteinzeitlichen Stätte (um 4000 v. Chr.) in der Provinz Zheijang wurden Hinweise auf Stoffe aus Cannabis und Seide gefunden. Bei der Ausgrabung am Standort Shang (1400-1100 v. Chr.) in der Nähe des Dorfes Taixi in Hebei wurden Überreste von Cannabiswebereien, ein paar verbrannte Hanfstoffe und ein 13-teiliges Stück Hanfgewebe entdeckt.

In Gräbern Chou in HsinTs'unu in der Nähe von An-Yang wurden mehr als 1.000 Grabbeigaben entdeckt. Neben Gold, Seide, Lack und anderen wertvollen Gegenständen wurden auch Hanfprodukte auf der Liste gefunden.

Der Sarg im Innern bestand aus Holzbrettern, die mit Klappverschlüssen aus Hanf verstärkt wurden, die mit einem Lack auf einem Sarg befestigt waren. Das in der Provinz Shaanxi entdeckte Grab der westlichen Chou-Dynastie enthielt Bronzegefäße, Waffen, Jade, Töpfe und dicht bestickte Cannabisartikel. An anderen Gräbern der Chou-Dynastie gruben sie Bronzeobjekte aus, die durch Seide und Hanf geschützt wurden und damit wie mit einem Umschlag umwickelt waren.

Manchmal sind die alten Bücher die besten Archäologen, und einige geben einen Einblick auf die Rolle des Cannabis im alten China. Shu Ching (um 2300 v. Chr.) sagte, dass das Land der Provinz Shantung "weißlich und reich war ... mit Seide, Cannabis, Blei, Kiefern und ungewöhnlichen Steinen ..." und dass die Bewohner des Henan-Tals ihren Herrschern Steuern in Hanf zahlten.

Die Armaden der Militärführer wurden durch Rüstungen geschützt, die mit Hanfstreifen genäht waren und die Pfeile für ihre Bögen aus Cannabis übertrafen die aus Bambus, mit welchen sie zuvor viele Kämpfe entschieden hatten. Cannabis wurde um jedes noble Schloss herum gepflanzt, um das Land (den Boden) zu festigen.

Das älteste Apotheker-Buch, welches wir kennen - Pen-Ts'ao Ching, wurde im 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr. aus noch älteren schriftlichen Ausschnitten des legendären Kaisers Shen Nung (um 2300 v. Chr.) erstellt. Das Buch erwähnt, dass Hanf "rund herum um die Flüsse und Täler in T'aishan wächst, aber heutzutage kann man es überall sehen." «

Shih Ching (sein Buch), ist eine Sammlung von 305 Gedichten und Psalmen, zusammen gestellt zwischen 1000 und 500 vor Christus. Dreizehnmal bezieht er sich auf Hirse, zwanzigmal auf einen Maulbeerbaum und siebenmal auf Hanf. Im ersten Wörterbuch des Shuo-ewn chieh-tzu, das von Hsu Shen in der Zeit des östlichen Han gestaltet wurde, erscheinen vier Versionen des Wortes ma (Hanf). In dem Chi-Chiu-Pen, einem Alphabet, welches im 1. Jahrhundert vor Christus verfasst wurde, um damit das Schreiben und das Lesen zu lehren, listet er Reis, Hirse und Hanf in einem Satz auf.

Diese frühen Bücher wurden durch ihr Gewicht und das Volumen von Schreibtafeln aus Holz und Bambus beschränkt, sowie durch den Preis des seltenen, seidigen Protopapier Zhija. Während der Han-Dynastie (in den Jahren 207-220 v. Chr.) stellten sie fest, dass sie eine Schreibfläche haben könnten, wenn sie sie rollen und zusammen mit der Maulbeeren-Kruste zermahlen. Die Geschichte der Dynastie Hou-Han Shu bringt die Erfindung des Papiers im Jahre 105 und wird Marquis Cai Lun zugeschrieben, dem Vorsteher der Handwerker unter Kaiser Hei Dy. Archäologen entdeckten altes Hanfpapier aus der Zeit des westlichen und östlichen Hana in Xinjiang, der inneren Mongolei und in Shaanxi, so dass Cai Lun aller Wahrscheinlichkeit nach nur die Handwerker, die das Papier herstellten, kontrollierte und verbreitete während seiner kaiserlichen Amtszeit eine wohlwollende Meinung für dieses. Wie das Kapitel 108 in Hou-Han Shuju sagt, "demonstrierte er den Prozess dem Kaiser und wurde schon im ersten Jahr von Yuan-Hsing  für seine Fähigkeiten gelobt. Seitdem wird Papier überall verwendet."

Einige archäologische Funde werden durch die schriftlichen Zeugnisse von Hou-Han Shuja unterstützt. Die Ausgrabung des eingestürzten Wachturms in Tsarkhortei lieferte ein zensiertes Stück Papier, das zurzeit von Cai Lun erstellt wurde. Weitere wichtige Funde wurden 1974 in einem Grab in der Provinz Kansu entdeckt. Die ausgegrabenen Teile von Cannabis waren dreilagig und mit Holzleisten an den Seiten des Wagens mit Ochsengespann befestigt. Die ältesten vorhandenen Exemplare von Papier, die Jahrhunderte vor Cai Lun hergestellt wurden, wurden in einem Grab nahe Xian in der Provinz Shaanxi entdeckt. Das Grab und die Gegenstände sind nicht jünger als die Herrschaft von Wu Dhi der westlichen Han-Dynastie (140 - 87 v. Chr.). Auf dem Friedhof von Tirfan in der Provinz Sinkiang wurde ein Auszug aus Lun Yuja (Analects) von Konfuzius gefunden, der 716 n. Chr. auf weiß geweißten Cannabispapier geschrieben wurde. An der gleichen Stelle wurde ein schönes Paar Hanfschuhe gefunden, die mit Hanffäden genäht wurden. Im Jahr 770 half Cannabis der Menschheit erneut, den nächsten Schritt zu tun - den Druck des ersten Buches, Dharani, einer Gebetsammlung auf Papier, der nur aus Cannabis bestand.

Hanfpapier ist flexibel, robust, raffiniert und wasserdicht. Dank dieser Eigenschaften wurde es für offizielle Dokumente, Bücher und Kalligrafie geschätzt und verwendet. In Hsin Thang Shu heißt es, dass der Keiserhof der Chin-Dynastie die Gelehrten der Akademie, die Würdenträger, mit

Fünftausend Papierboden aus Cannabis jeden Monat versorgt. Aus dem Hanfpapier, das in I-Chou (jetzt Sichuan) produziert wurde, sind alle Bücher in der kaiserlichen Bibliothek in der Khai-Kuan-Zeit (713 - 742 v. Chr.) hergestellt worden.

Archäologen entdeckten auch einige Stücke der Hanfpapier aus dem alten Korea, darunter ein dickes, starkes, geweißtes und glitzerndes Stück Chi-Lin-Chin (Papier aus dem Königreich Silla). Dies war in der chinesischen Abgabenliste, die von den Gelehrten für außergewöhnliche Qualität geschätzt wurde. Fei Fu Yu Lueh schreibt, dass Mings Künstler Tung Chi Chang auch auf Chi-Lin-Chih gemalt hat. Über Cannabis wird in Fan Sheng-chih shuju, einer Diskussion über die Landwirtschaft, die um 25 v. Chr. Von Fan Sheng-chih geschrieben wurde, berichtet. Die Hanfsamen wurden zuerst mit dem Einweichen im Gebräu von gemahlenen Pferdeknochen, Seidenraupen und Schafmist behandelt. Obwohl Nan-Ch'i shu, die Geschichte der südlichen Ch'i-Dynastie (von 470 bis 502 v. Chr.), das den Brei von Cannabissamen erwähnt, hat die Verwendung von Cannabissamen zu Nahrungsmitteln im 6. Jahrhundert einen deutlichen Rückgang erlebt. Mit der Zeit ersetzte es das Getreide, das nicht so viel Fett enthielt, und vergaß seinen Nährwert weitgehend. Chinesische Landwirte stellten schwarzes Färbemittel für ihre Kleidung aus den Hanfsamen  her.

Cannabis kommt auch in der Geschichte der chinesischen Medizin vor. Der berühmte Arzt Hua Tuo (von 141 bis 208 v. Chr.) erfand Ma-Yo (Cannabis-Wein) und Ma-Fei-San (heißes Hanfpulver), das er aus Cannabis und Limierung herstellte und für Anästhetika während ihrer Operationen verwendete. Das medizinische Handbuch des Pen T'sao stuft es zwischen den Yin (Frauen, Chu-Ma) und Yang (männlich, I-Ma) Substanzen ein. Cesar Shen Nung stufte das Chu unter das höchste Elixier der Unsterblichkeit und riet den Chinesen, aufgrund ihrer großen medizinischen Vorteile nur weibliche Pflanzen anzubauen. Höfische Etikette der Zhou-Dynastie (von 770 bis 220 v. Chr.) erforderte von Gästen ma-fen zu den zeremoniellen Geschenken einzuschließen. Während der Qi-Dynastie (von 479 bis 502 v. Chr.) war die Entfernung von blühenden männlichen Pflanzen aus Cannabis eine spektakuläre öffentliche Zeremonie.

Die einzigartige Hanffaser ist der Kern der Essenz der chinesischen Kultur der Herstellung von lackierten Behältern. Chinesischer Lack wird aus Baum Saft (Rhus verniciferas-Baum) hergestellt, der durch ein Stück von Hanfmaterial gereinigt wird. Dann wird es erhitzt und gemischt, um es zu homogenisieren und zu verdicken. Dann wird es durch den Kern der Hanffaser aufgetragen. Die Ausgrabung des Grabes der frühen westlichen Hananer in Lao-fu-shan in der Provinz Kiansi, brachte mehr als 200 Grabbeigaben, darunter siebzig farbige Gegenstände, davon einige geflügelte Gläser auf den Hanflacken.

Im 9. Jahrhundert brachten die Abgesandte der Barbaren (Indochina) den Kaiser ein Stoff geschenkt, über den sie behaupteten, dass dieser aus dem mit Wasser gereinigtem, duftendem Cannabis hergestellt wurde. Die Höflinge beschrieben es als ein schimmerndes und glühendes, dass die Männer mit seinem süßen Geruch eroberten. Mit diesen und den fünf Farben übergossen, war es charmanter und hübscher als der Brokat aus unseren zentralen Regionen.

Quelle: Das große Cannabisbuch

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